SV Odin Damen beim Frühlingspokal in Münster
Ich sag’s klar: Ich verstehe Rugby inzwischen deutlich besser.
Nicht bis ins letzte Detail, aber genug, um mitzufiebern und gegebenenfalls mitzureden. Und ja – ich weiß jetzt auch, dass der Ball absichtlich nach hinten gespielt wird. Warum? Gehört halt dazu. So ein bisschen wie bei IKEA: Man weiß nicht immer warum, aber am Ende passt es irgendwie zusammen. Ich akzeptiere das inzwischen sehr souverän – und allein das ist schon ein echter Fortschritt.
Normalerweise schreibe ich an dieser Stelle über die Herren. Diesmal gehören Bühne, Aufmerksamkeit und Spielbericht den SV Odin Damen. Und das völlig zu Recht.
Am Samstag, den 18.04., ging es für die Odin‑Damen früh morgens nach Münster zum Frühlingspokal. Früh heißt: viel zu früh für mich. Während die Herren zeitgleich ihr Auswärtsspiel in Kiel hatten, machten wir uns ebenfalls auf den Weg. Ich diesmal bei den Frauen.
In Münster wartete ein Turnier mit vielen Teams und noch mehr Spielen. Insgesamt vier Partien standen für die Odin‑Damen auf dem Plan, mit nur kurzen Pausen dazwischen. Mit dabei waren unter anderem Rugby Tourists Münster als Gastgeber, RSV Köln, SG BOB, SG Götticorns, Hamburger RC, Wiedenbrücker TV und der FC St. Pauli.
Bedeutet: ständig auf dem Platz, ständig in Bewegung und definitiv keine Zeit zum Nachdenken – was im Rugby sowieso eher zweitrangig ist.
Was ich inzwischen sicher sagen kann: Rugby ist intensiv.
Es wird gelaufen, getackelt, geschoben, gehoben und gekämpft. Und nein, Damenrugby ist kein bisschen sanfter als bei den Herren. Am Ende des Tages sieht man das Ergebnis: große blaue Flecken, viele Schrammen, vereinzelt Beulen und müde Beine inklusive.
Leider blieb der Tag nicht ganz ohne Rückschläge. Luca und Scarlett mussten verletzungsbedingt das Turnier abbrechen. An dieser Stelle: Gute Besserung!
Und dann gab es diese Momente, die selbst ich sofort verstanden habe: Punkte!
Sofia erzielte ihren ersten Versuch für den SV Odin – ein echter Gänsehautmoment mit großem Jubel. Evi legte direkt nach und brachte weitere Punkte aufs Konto. Diese Augenblicke brauchen keine Regelkenntnis, die fühlt man einfach.
Am Ende landeten die Odin‑Damen auf dem vorletzten Platz. Aber ganz ehrlich: Wer den Tag miterlebt hat, weiß, dass Tabellenplätze nicht alles sind.
Mit dabei waren Evi, Carlos, Selin, Hannah, Jana, Philine, Rebecca A., Scarlett, Luca, Leonie und Sofia. Matze war wie immer als Trainer und Fahrer mit vollem Einsatz dabei.
Mein persönliches Fazit
Die SV Odin Damen haben beim Frühlingspokal gezeigt, was in ihnen steckt. Das war engagiert, kämpferisch und mit viel Herz gespielt. Auch wenn man ehrlicherweise sagen muss: Da wäre noch ein bisschen mehr drin gewesen. Nicht wegen fehlender Qualität, sondern weil dieses Team wirklich das Potenzial hat, noch mehr aus sich herauszuholen. Und genau das ist eigentlich eine ziemlich gute Ausgangslage.
Was an diesem Tag aber über allem stand, war der Teamgeist. Trotz Verletzungen, kurzer Pausen und müder Beine wurde zusammengehalten, motiviert und weitergemacht. Kein Gemecker, kein Aufgeben, sondern echtes Miteinander. Und ganz ehrlich: Das kann man nicht trainieren, das hat man oder man hat es nicht. Die Odin‑Damen haben es.
Ich habe an diesem Tag nicht nur Rugby besser verstanden, sondern auch gesehen, wie viel Zusammenhalt, Leidenschaft und Entwicklung in diesem Team steckt. Und wenn sie das nächste Mal noch eine Schippe drauflegen, dann wird nicht nur der Ball – der natürlich weiterhin nach hinten gespielt wird – ein bisschen weiter nach vorne kommen. 🏉💛